Funktionsbeschreibung Der Kolben K (Bild-2) wird, wie in einem Hydraulikzylinder, durch hydraulische Kraft zwischen den zwei mechanischen Endlagen E1 und E2 linear bewegt. Die Linearbewegung wird mechanisch, durch die mehrgängigen Steilgewinde G1 und G2 in eine Drehbewegung umgewandelt und auf die Abtriebswelle W übertragen. Die Gegenläufigkeit der Steilgewinde G1 und G2 bewirkt, dass bei einfachem Kolbenhub eine doppelte Winkelbewegung erzielt wird. Die Steilgewindepaarungen sind nicht selbsthemmend. Durch Zwangsschmierung und nitrierte Oberflächen der Steilgewinde ist eine hohe Lebensdauer des Schwenkmotors gewährleistet. Betriebsdruck Der max. Betriebsdruck des Schwenkmotors beträgt 100 bar. Durch reibungsarme Dichtungen ist der Schwenkmotor bereits ab 3 bis 6 bar Betriebsdruck funktionsfähig und somit ab ca. 15 bar wirtschaftlich einsetzbar. Für besonders langsame Schwenkbewegungen können auch stick-slip-freie Dichtungen als Sonderausführung geliefert werden. Nullstellung der Abtriebswelle Die werksseitige Einstellung der Abtriebswelle erfolgt wie im dargestellten Bild-2, bei Kolbenlage am Anschlag E1 (siehe auch Seite 10 und 11). Wird eine andere Nullstellung der Abtriebswelle benötigt, bitten wir um Rückfrage. Drehmoment Die angegebenen Drehmomente des Schwenkmotors sind Effektivdrehmomente. Die Druck-Drehmomentenkurve verläuft fast linear. Bei mehrschichtigem Betrieb, hoher Beanspruchung oder kurzen Taktzeiten empfehlen wir, einen Sicherheitsfaktor von 1,2 bis 1,5 zu berücksichtigen. Das Drehmoment ist in beiden Drehrichtungen gleich. Endlagendämpfung Bei der Entwicklung wurde besonderes Augenmerk auf die Endlagendämpfung gesetzt. Mit dieser Option ist es kein Problem, größte Massenmomente vor der Endlage progressiv abzudämpfen. Die Dämpfungscharakteristik ist im Einzelfall so fein abstimmbar dass diese einer proportional- bzw. einer servo-gesteuerten Endlagendämpfung annähernd gleichkommt. Drehrichtung Bei Druckeintritt in Anschluss A1 und Blickrichtung F dreht sich die Abtriebswelle W gegen den Uhrzeigersinn (Pfeilrichtung A). Eine Drehrichtungsumkehrung ist als Sonderausführung ab der Baugröße 63 lieferbar. Drehwinkel Die Standard-Drehwinkel sind 908, 1808, 2708 und 3608. Abweichende Drehwinkel können ebenfalls geliefert werden. Dabei wird vom nächst größeren Standard-Drehwinkel ausgegangen und der Hub-Bereich auf den gewünschten Drehwinkel reduziert. Drehwinkel über 3608 sind in Sonderausführung lieferbar. Drehwinkelspiel Die Steilgewindepaare bzw. Umlenkgewinde benötigen für ihre Funktionsfähigkeit ein gewisses Spiel, dass bei ca. 20 Winkelminuten in der Endlage liegt. Als Sonderausführung kann der Schwenkmotor auch spielreduziert bis zu 5 Winkelminuten geliefert werden. Drehwinkeleinstellung gehend vom Standard-Drehwinkel, eine Winkeleinstellung im Bereich von +/- 5° u. Eine Einstellung ist nur im drucklosen Zustand und an der Endlage E2 möglich (siehe auch Seite 12). Druckflüssigkeit Zu empfehlen sind Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis der Gruppe HLP nach DIN 51524/Teil 2 und VDMA-Blatt 24318. Öle ohne Legierungselemente vermindern die Lebensdauer des Schwenkmotors. Bei Verwendung von schwer entflammbaren Flüssigkeiten bitten wir um Rückfrage. Der Viskositätsbereich sollte zwischen 16 cSt und 68 cSt bei 40° bis 60° C liegen. Betriebstemperatur Die Betriebstemperatur kann unter Beachtung der richtigen Viskosität zwischen -25° C und +70° C liegen. Bei höherer thermischer Belastung bitten wir um Rückfrage. Druckflüssigkeitswechsel Der Druckflüssigkeitswechsel richtet sich nach der Größe der bestehenden Anlage und ist in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Filterung Die Druckflüssigkeit sollte die Verschmutzungsklasse 19/15 nach ISO 4406 nicht überschreiten. In den Druckflüssigkeitskreislauf sollte deshalb eine Filterfeinheit von < 25 µm installiert sein. Bei hermetisch geschlossenen Behältern ist ein Rücklauffilter ausreichend. Bei offenen Behältern muss eine Druckfiltereinheit in die Druckleitung installiert werden. Die vorgeschriebenen Wartungsabstände sind gemäß den Herstellerangaben einzuhalten. Leckage Die Schwenkmotoren sind aufgrund ihrer kreisrunden Dichtungen mit gut abgedichteten Linearzylindern zu vergleichen. Deshalb ist es möglich, unter Last jede Zwischenstellung zu halten. Endlage Der Kolben K (Bild-2) kann unter Last bis an die Endanschläge E1 und E2 gefahren und belastet werden. Die Endanschläge sind jedoch nur zur Aufnahme des maximal zulässigen Drehmomentes bzw. des maximalen Betriebsdruckes ausgelegt. Werden höhere Massenkräfte erwartet, als die Innenanschläge des Schwenkmotors aufnehmen können, so empfehlen wir Endbegrenzungen außerhalb des Schwenkmotors bzw. steuerungstechnische Lösungen (siehe auch Seite 6 und 12). Einbau, Wartung und Inbetriebnahme Eine Betriebsanleitung für den Einbau, die Wartung, und Inbetriebnahme liegt jeder Lieferung bei. Ersatzteilliste, sowie Demontage und Montageanleitung sind auf Wunsch erhältlich. Sonderausführungen Außer den katalogmäßig aufgeführten Typen sind auch Sonderausführungen lieferbar, z.B. Vielkeilwellen, Spezialdichtungen, Montage mehrerer Schaltnocken für Reihengrenztaster usw. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot, das auf Ihre Wünsche abgestimmt ist. Zu weiteren Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne zur Verfügung. |